Nach der erfolgreichen Ausstellung mit dem Titel „Beziehungen“ der Künstler*innen aus Heilbronn in der Galerie B des Frankfurter Kunstvereins und der städtischen Galeria OKNO der Partnerstädte
Frankfurt (Oder) und Słubice (POL), erfolgt nun der Gegenbesuch in der Galerie K55 des Heilbronner Künstlerbundes.
Es hatte ein Jahrzehnt gedauert, bis man wieder zueinander fand.
Ab 01. November dieses Jahres werden sich 15 Akteure aus der Region Słubice /Frankfurt (Oder) mit ihren Arbeiten dem Publikum in Heilbronn vorstellen.
Die Ausstellung trägt den Titel „VIELFALT | RÓŻNORODNOŚĆ | DIVERSITY“ und zeigt neben den Werken der Malerei, Grafik und Fotografie auch Skulpturen, Installationen und Klangkunst. Die Themen und
künstlerischen Handschriften sind dabei breit gefächert und geben Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der beteiligten Künstler*innen verschiedener Generationen.
karindorntetzlaff (geb. 1965 in Heilbronn) lebt und arbeitet in Brackenheim. Ab 2003 ist sie Gast in der freien Grafik-Klasse von Prof. Marianne Eigenheer Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Sie ist Mitglied im Künstlerbund Heilbronn | VBKW Verband Bildender Künstler und Künstlerinnen Baden-Württemberg | VG Bild-Kunst Bonn | BBK/W Bund Bildender Künstlerinnen Württembergs e.V. und seit 2010 freischaffend als bildende Künstlerin und Lehrende. 2014-2022 unterhält sie ihr Atelier im Atelierhaus des BBK/W in Stuttgart. Zahlreiche gruppen- und bevorzugt Einzelausstellungen der letzten Jahre: 2023 „gardens of remembrance“, Inselspitze Stadt Heilbronn und 2024 „heimat“ BBK/W im Rathaus Stadt Stuttgart. "In meiner Arbeit versuche ich innere und äußere Räume zu verbinden. Zarte Blütenzeichnungen am Objekt sind Ankommen und Heimat zugleich. Die Papierarbeiten, Keramikobjekte und Installationen beschreiben dieses geheimnisvolle Wachstum." Die Ausstellung blickt zurück, zeigt aber auch Neues – wie farbige Unikatdrucke von gekratzten Kupferplatten vergangener Jahre in freier Übersetzung.
Beate Ganz
Wesen, die es so nicht gibt. Oder doch? Gegeben hat?
Oder geben wird? Biologische Evolution oder synthetische Biologie? Alles ist möglich! Ich arbeite analog und digital. Etwas ganz Neues entsteht. Jedes Wesen ist wertvoll und wert geschützt zu werden.
Heidi Karle
Seit 1999 entstehen meine „Menschenbilder“ in Öl, Acryl, Tusche auf Leinwand oder Papier, Skulpturen aus Beton oder Holz, Figuren, Skulpturen, Portraits, Akte, Menschengruppen. Bei meiner Foto-Art beschäftige ich mich mit Menschen in Bewegung in Licht und Schatten. Meine Arbeiten entstehen ohne Vorzeichnungen aus dem Arbeitsprozess. Immer ist der Mensch im Mittelpunkt nichts ist glatt und perfekt.
Beate Kimmerle
Der kreative Prozess des Malens ist für mich ein meditatives Tun, durch das ich mich gerne ausdrücke. Dabei lasse ich mich von der intuitiven Eigendynamik des Malprozesses leiten. Meine Arbeiten sind ein kontinuierlicher, sich in vielen Schichten wiederholender, malerischer Prozess des Aufbaus und der Umgestaltung, bevor er zu einer Art Schluss kommt. Dieser ist dann immer noch eine offene Frage mit individuellen Möglichkeiten der Interpretation.
Christian Kunz
Folgendes Zitat von Picasso zählt für mich als Basis für meine künstlerischen Tätigkeiten:„Malen ist wie Tagebuchschreiben“
Nach meinem Theologiestudium erlernte ich beim russisch-orthodoxen Ikonographen und Theologen Vater Viktor über viele Jahre die orthodoxe Ikonenmalerei. Mein Hang und Drang gehörte allerdings schon immer der modernen Malerei und zeitgenössischen Kunst. So entfernte ich mich schließlich von der Eitempera-Technik der strengen Ikonographie hin zur freimütigen Öl- und Acrylmalerei sowie der Anfertigung von Assemblagen.
Christoff Röhm
Die zeitgenössische Architektur fordert mich ständig heraus, da Rationalität die Planung, Ausführung und Formgebung der Architektur bestimmt. Dies ergibt eine Eintönigkeit der Formgebung, die sich immer weiter ausbreitet. Auch der nicht vorhandene Wille, Gebäude gut in die vorhandene Umgebung einzupassen, führt zu störenden Unterbrechungen in historisch gewachsenen Ensembles (Stadt, Dorf, Landschaft). Meine Ojekte sollen daran erinnern, wie vielfältig Architektur war und wieder sein könnte.
Die Vergänglichkeit all unserer Bemühungen, und damit allen Seins, ist von jeher ein zentrales Thema der Kunst.
40 Mitglieder des Künstlerbund Heilbronn e.V. präsentieren ihre frischen Interpretationen vom
Vergehen als Vergänglichkeit bis zum Vergehen als unerlaubter Handlung, von der Malerei bis zur Skulptur.
Es wird spannend.
Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn, Allee 28
So 27.07–So 07.09.
Vernissage So. 27.07., 11.00 Uhr mit einer
Musikperformance „Zu Frieden?“ von und mit Valerie Anz, Förderpreisträgerin 2025 des Förderkreis für Neue Musik Heilbronn
Ausstellungspause vom 11.08.–25.08.
Hier stehen nicht nur der Künstler und die Künstlerin als Akteure im Vordergrund. Neben der klassischen Bildbetrachtung wurden weitere Sinne angesprochen und inklusive Räume geschaffen, in denen auch Sehbehinderte und Gehörlose gemeinsam mit Anderen Kunst konsumieren können.
Die beiden Künstler Bärbel Flohr und Andreas Pick interagieren mit unterschiedlichen Materialien. Dabei versucht Andreas Pick das Unterbewusste fotografisch zu erfassen, und schreckt dabei nicht davor zurück, seine Bilder digital zu überarbeiten. Bärbel Flohr interpretiert die Bilder dann malerisch.
Nicht nur visuell, sondern auch durch einfaches ertasten und zum Tönen bringen von Holzelementen wurden alle Sinne angeregt. Mit seiner yellow Box, hat Andreas Pick ein multimediales Kunstwerk geschaffen, mit dem Texte visualisiert und zum Tönen gebracht werden.
Ausstellung: 22.06, bis 20.07.2025
Werner Dorsch und Elisabeth Gebhard verstehen sich als zwei Magiern des listigen Spiels mit dem Verstecken, Verrätseln und Verwirren. Ihre hintergründigen Werke sind klar strukturiert aufgebaut bei gleichzeitig sparsamer und plakativer Farbgebung. Sie fordern aber die Fantasie, den Intellekt und die Geduld des Betrachters heraus.
Werner Dorsch ist ein Meister der konkreten Kunst. Seine Arbeiten sind ausschließlich aus plastischen Elementen konstruiert, also aus Flächen und Linien, in denen er zusätzlich mit Farbsymbolik spielt. Zeigt sein Zauberstab nach oben und der Blick folgt dieser Aufforderung, so wird er unvermittelt in die Tiefe geleitet und die Frage stellt sich, wo ist die Bruchkante zu dieser Umkehr. Hat man festgestellt, dass es sich auf einem Bild um drei Objekte handelt, muss man sofort korrigieren, da sich von der Basis her die Gruppe als eine 4er Einheit entpuppt. Und wieder sucht man, wie und wo ist diese Umwandlung geschehen. Gerne platziert er auch ein Rotes Farbfeld als zusätzlichen „eye catcher“ in seinen Werken.
Den Werken von Elisabeth Gebhardt sieht man deren Lust am Fabulieren an. Dabei ordnet und sortiert sie streng alle Bildelemente. Sie versteht zu überraschen, wenn sie z.B. das Hauptthema erst am Ende eines aufgeklappten Leporellos präsentiert. Zeitkritische Aspekte finden dort ihren Eingang. Analysieren und Interpretieren machen die Montagebilder zu Hölderlingedichten zu einer intellektuellen Herausforderung. Und wieder spielt sie hingebungsvoll mit Schrauben und Nägeln und zeigt, dass sich diese technischen Gerätschaften selbst bei sensibelsten Themen dem Willen der gestaltenden Künstlerin unterordnen können.
In der plastischen Gestaltung, dem Genre, dem sie sich hauptsächlich verschrieben hat, lässt sie sich auf fantasievolle Verwandlungen ein und taucht gerne in Mythen ab. Ihre Köpfe lassen erahnen, dass diese permanent verändert wurden bis alles angedeutet ist: Melancholie, Ironie, Nachdenklichkeit und Verletzbarkeit.
Dauer: 25.05.-18.06.2025
Ort: Frankfurt(O) und Słubice, beides Partnerstädte von Heilbronn.
Dauer: 09.05.-08.06.25
Die Gegenausstellung findet im November ‘25 in der Galerie K55, Heilbronn statt.
Vielfältige Sujets aus unterschiedlichsten Kontexten verbindet Sarah Lehnert zu einem Bildkosmos, der um existentielle Fragen von Werden, Vergehen und Überdauern sowie das fortwährende menschliche und künstlerische Streben kreist.
Mit den lebendigen und filigranen Zeichnungen von Sarah Lehnert sowie den phantasievollen, plastisch gestalteten Papierschnitten von Nadine Rösch hinterfragen die beiden Künstlerinnen ihr eigenes sowie unser aller MENSCHSEIN und laden zu nachdenklichen, außergewöhnlichen Einblicken in ihre Gedankenwelt ein. Dabei bleibt dem Betrachter viel Raum zu eigenen Überlegungen.
Durch Alltagserfahrungen tauchen bei Nadine Rösch immer wieder neue Gedanken und Fragen nach den Bedingtheiten des MENSCHSEINS auf: Welche Rolle spielt die Liebe? Wo und warum gibt es Grenzen? Kann man MENSCHSEIN lernen? Die ausgestellten Papierschnitte versuchen diese Gedanken, Fragen und Erfahrungen einzufangen, bei anderen ebenso ein Nachdenken anzustoßen und den Gedankenaustausch anzuregen.
Das Drucken durchzog meine vielen verschiedenen Schaffensbereiche wie ein „Abstand nehmen“ vom Malen, vom Schweißen und vom Bücher machen. Es war immer eine erfrischende Pause vom fest Geplanten und vor allem von zu viel Denken. So gab es seit 30 Jahren immer wieder verschiedene Druck-Epochen, die die langen, konsequenten Arbeitsabschnitte unterbrachen. Ich entwickelte meine eigene Technik, den Papierdruck, den ich bis heute verwende: Papier wird durch vielfachen Auftrag von Latexfarbe „lederfest“ gemacht. Dadurch kann es beidseitig als Farbträger verwendet werden, kann gespiegelt, geschnitten, gerissen, wieder gereinigt und sehr geschmeidig gehandhabt werden. Die Ausstellung zeigt überwiegend Papierdruck auf Leinwand aus den letzten 20 Jahren, aber auch Linoldruck und eine Auswahl meiner ebenfalls „gedruckten“ Künstlerbücher. Die Einfachheit der Form und das Licht aus der Farbe haben sich immer wieder ihren Weg gebahnt.
Der Krieg in der Ukraine, der mich aus pazifistischen Träumen gerissen hat, der Klimawandel, der vermehrt Landschaften ausdörrt, Wälder brennen läßt, Wassermassen entfesselt, Polareis zum schmelzen bringt und die Unwägbarkeiten der im Permafrost verborgenen Dinge zum Vorschein holt – die Dringlichkeit dessen hat mein künstlerisches Thema der letzten 15 Jahre, die Wegwerfgesellschaft, in den Hintergrund gedrängt. Die Ausstellung zeigt eine Serie von Wachsbildern, die durchaus keine Dystopien, sondern eine aktuelle Zustandsbeschreibung sind. Der Mensch kommt in den Bildern wenn dann nur als kleines hilfloses Wesen vor, ausgeliefert dem, was er selbst angerichtet hat.Zur Technik: Gefärbtes und erhitztes Wachs wird mit Löffeln und Schaufeln auf Leinwand aufgetragen.
Das Künstlerpaar arbeitet seit sieben Jahren zusammen. Beide lieben das Spiel mit Form und Struktur und tauschen sich lebhaft über ihre Kunst aus – auch Ihre Werke „verstehen sich gut“.
